Erinnerung

Ich streiche mit der Hand in das Wasser, langsam, um die rot-weiß gefleckten Fische nicht zu verschrecken. Sie scheinen zu hoffen, dass ich sie füttere und fürchten sich nicht.

„Was machst du da?“ Weiter ⋯

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Links der Woche 20

Heute gibt es nur einen kurzen Rückblick, denn die Woche seit dem letzten war selbst nur kurz und darüberhinaus arbeitsreich. Hier also die Shortlist, nichts besonderes diesmal:

What Cringing at Your Own Dumb Voice Reveals About You
Warum ist einem die eigene Stimme so unangenehm, wenn man eine Aufnahme hört. Weniger erstaunlich als die letztendliche Erklärung sind die bisherigen Theorien und Studien, um herauszufinden, warum.

How to Make Rich, Flavorful Caramel Without Melting Sugar
Karamell. Wir sehen jetzt mal vom Teufel aus der Zuckerdose ab. Ich meine, es geht um KARAMELL. Selbst wikipedia behauptet ja, für Karamell müsse man Zucker schmelzen. Am Ende hat man dann aber den blöden Karamellblock, den man entweder aufwendig zerstoßen muss oder zu Sirup aufkocht, was für so manches Rezept die Flüssigkeitsangaben verschiebt, will man es „karamellisieren“. Unnötig, yay! Einfach weißen Zucker bei 149°C backen, er schmilzt (angeblich) nicht1 und verwandelt sich in streubaren Karamellzucker, den man überall statt normalem Zucker drantun kann. Ich bin seit dem Braunen Bären karamellsüchtig.

Eight Things You Probably Didn’t Know You Could Stream On Spotify
Audio Books, Radio Dramas, Language Lessons, Short Stories and Poetry, Famous Speeches, Guided Meditation and Self-Help.

Eine Affäre, damals in Britisch-Indien
Aktuell ist der zweite Band „Eine treue Frau“ von Jane Gardams Old Filfth Trilogy erschienen und nachdem „Ein untadeliger Mann“ schon wegen Witz und Finesse gelobt wurde, ist die Literaturkritik wieder des Lobes voll. Jane Gardam ist 87 und mehrfach preisgekrönt, in Deutschland aber erst jetzt entdeckt.

The School Of Life: Being A Good Listener

The School Of Life: Overcoming Bad Inner Voices


  1. Also der benannte Wiki-Artikel sagt, Zucker schmelze ab 135°C. Es sind Experimente notwendig! 
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Links der Woche 19

Die NABU-Vogeluhr
Funzt nur am Desktop gut. Mit dem Mauszeiger über den Piepmatz und schon weiß man, welche Minute des Sonnenaufgangs geschlagen hat.

“Es ist eine große Lust, mich zu schmücken“
Feridan Zaimoglu über seinen Mackerschmuck, Schreiben und im Rückblick auf sich selbst. Irgendwie gut.

Wie ein Deutscher Russlands Hacker-Legende entlarvte
Wenn eine Doktorarbeit zu einem Forsythe-Krimi wird.

Easy Steps To Better Icon Design
Sechs einfache Schritte, ich liebe solche Rezepte, weil sie auf wesentliches aufmerksam machen.

#rpTEN: Clash of Cultures
Podiumsdiskussion mit Kathrin Passig, was es schon sehenswert macht. Außerdem Leonhard Dobusch, Monic Meisel und Volker Grassmuck. Der Text The Tyranny of Structurelessness wird von Passig zur ergänzenden Lektüre empfohlen: „Wie konnte man bloss ohne diesen Text auskommen“. – Überhaupt muss ich den einen oder anderen Vortrag der re:publica schauen … (Seufz, warum war ich nochmal nicht dabei?)

Worried? You’re Not Alone
Muss man sich jetzt auch noch darum sorgen, die Sorge als kognitiven Prozess im Griff zu haben? Spaß beiseite. Wenn Sorge sich Anlass sucht, um den eigenen Prozess aufrechtzuerhalten, helfen vier Strategien.

Eine dumme Sorge ist eigentlich: Um wieviel langsamer werde ich eigentlich mit dem Altern?. Dazu gibt es nicht nur einen wissenschaftlichen Artikel (verlinkt im Artikel) als auch einen Kalkulator (ebd.). Ich mache mir ja eher Gedanken, wie ich überhaupt erstmal schneller werden kann, bevor ich am Stock gehe, auch wenn der Stock gerade sein anti-geriatrisches Revival erlebt.

Blendle: Dieser Mann denkt über den Untergang der Menschheit nach
Es beginnt mit einer simplen Betrachtung: Nur 250.000 Generationen liegen zwischen der Gestalt des Menschaffenhirns und dem Menschenhirn. „…die Folgen dieser Intelligenzexplosion: ‚Die Schimpansen bestimmen heute nicht mehr über das Schicksal ihrer Spezies. Das tut der Mensch.‘“ In dieser Logik ist es nur folgerichtig, dass wir Menschen irgendwann von Maschinen gesteuert werden. Man könnte meinen, dass die These Gelernters, Kreativität als Ergebnis unserer Psyche wäre von Maschinen nicht replizierbar, dazu im (gewichtigen) Widerspruch stünde. Die Gegenfrage kann dann nur lauten: Haben Schimpansen eine Vorstellung von unserer Kreativität, wissen sie, was wir träumen?

Das Buch Ein guter Tag hat 100 Punkte: …. und andere alltagstaugliche Ideen für eine bessere Welt hat einen Nachfolger: 100 Punkte Tag für Tag
Die Idee ist, jeden Tag nicht mehr als 100 Punkte zu verbrauchen, die eine Maßzahl für dahinter stehende Ressourcen sind. Ein bisschen wie Weight Watchers für den Konsum. Punktezählen finde ich erstmal semi-bescheuert, auch wenn es der Verschlankung des Konsums und ökologischen Fußabdrucks dient. Als Bewußtmacher und Inspiration finde ich es aber gut. Gibt es auch im Web, im Facebook, als Unterrichtsmaterialien und und und.

Fernsehen

Arte: Jordskott – Die Rache des Waldes
Fernsehen geht eigentlich nur noch als Serie, und dann auch nur bezahlt oder öffentlich-rechtlich. Hier schlägt das Botanikum auf arte zurück. Klingt spannend und besonders und ist ja Gottseidank im Internet schaubar.

Foto

Bence Bakonyi: Segue
Via Christian Y. Schmidt. Der ungarische Fotograf Bakonyi fotografiert für seine Serie segue ein menschenloses China.

Throughout my one year stay in China, I tried to find my home in a world completely unknown to me. And because home is where one can find himself, the photographs can also be seen as self-portraits projected onto China. Without assistance and not being able to speak Chinese, it was hard for me to communicate with people. Therefore, I refrained from picturing humans and I focused on their environment instead.

Musik

Mark Pritchard – Beautiful People (feat. Thom Yorke)

Lethe, Mittelmeer, Spumante und zum Schluss wird alles gut, schräg, 2 Songs im Kurzfilm: Stabil Elite – Spumante / Alles Wird Gut

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Links der Woche 18

Cyc: KI mit Weltwissen erreicht Marktreife
Klingt erstmal nicht sonderlich interessant, diese kurze Meldung. Liest man aber hier weiter, ist es schon faszinierend zu erfahren, dass diese „world’s largest and most complete general knowledge base and commonsense reasoning engine“ ein anderes KI-Paradigma verfolgt als Deep Learning und neuronale Netze. Das ähnelt ein wenig dem Streit der Linguisten (den ich noch aus dem Studium kenne), wo ein Lexikon aufhört und wo eine Enzyklopädie anfängt und wie das im Gehirn wohl organisiert sei, ob es semantische-sprachliche Informationen von dem Weltwissen getrennt behandelt oder nicht. Dabei ist das „brain dictionary“ und Mapping neuronaler Reaktionen auf Worte natürlich nicht zwingend ein Mapping von semantischen Inhalten (Bedeutungen), sondern kann genauso gut die nachfolgende Aktivierung des Weltwissens sein, dass mit ebendiesen semantischen Inhalten korreliert. Das ist meiner Ansicht nach der Fall, da Paraphasien und Semantische Demenz die Verwendung von Wortbedeutung sehr generell stören, obwohl die dazugehörigen Hirnschädigungen lokalisierbar und nicht generell sind. Übrigens hörten die Versuchspersonen die für das Gehirn-Wörterbuch hirngescannt worden The Moth Radio Hour, „a program where people share emotional personal tales“.

Youtube: A Vault of Color
Via OpenCulture: „The materials collection, at the Harvard Art Museums in Cambridge, MA, houses thousands of pigments, including some of the world’s rarest. Dragon’s blood, mummy, Indian yellow: these are but a few flashy highlights from the museum’s collection.“
Irgendwie finde ich den Gedanken fast versöhnlich, dass die Menschheit nicht nur Gelumpe ist, sondern auch so viel Aufwand und Gedanken darauf verwendet hat, um Farben hervorzubringen, Farben für Kunst.

Pilger des Regenbogens
Italien ist doch Korruption, Kaffee, Katholizismus und Kommunismus. Pizza, Wein und Pasta. Amore und Berlusconi, Machismo und Mafioso. Na, und dann gibt es überall doch Dinge, die quer zu allen Vorstellungen und Klischees liegen. Wie die Feminielli, queere Pilger, die seit dem 12. Jahrhundert zur Madonna Mamma Schiavona auf den Montervergine reisen. Die Mönche haben sich (nach 800 Jahren) zähneknirschend an die Wallfahrt gewöhnt, trotzdem sichern Polizisten Bischof und heilige Messe gegen den Einfall der Anormalität. Die Schwulen, Lesben, Bis und Trans, die dürfen erst nach der Messe zur Madonna.

Werft euer iPhone weg!
Entschiedenes NEIN! von meiner Seite. Und den Harald Weizer mag ich jetzt auch nicht, rein viszeral und ohne darüber zu reflektieren. – Deswegen muss er mit seinen gar nicht so neuen und dann doch auch wieder steilen Thesen zur smarten Diktatur nicht unrecht haben.
Dennoch kommt es mir vor, als wäre „Digital“ und „Konsum“ hier nur dystopisch bis zum Erreichen der nächsten großen Empörungs-Schwelle gedacht. Dabei übersieht Weizer, dass es (wahrscheinlich und wieder einmal) nicht der Bote ist, der die Botschaft verantwortet, es nicht Smartphone und Digitalisierung sind, die Konsum, Ausbeutung, Entblössung und Verblödung proliferieren, sondern der sie betreibende Profitalismus (weil ich das Wort „Kapitalismus“ für überfrachtet und nichtssagend halte, verwende ich es hier lieber nicht).
Aber im Artikel klingen viele interessante Gedanken an. Das Buch habe ich mir gebookmarked und kaufe es vielleicht digital, hehe.

Why So Many Smart People Aren’t Happy
Irgendwie geht es in dem Interview mit dem Autor des Buches „If You’re So Smart, Why Aren’t You Happy?“ gar nicht um den Zusammenhang zwischen Witz und Geisteskraft zum Glücksempfinden, sondern viel mehr darum, wie – neben anderen Lebensführungsqualitäten – eine gewisse Geisteshaltung („mindset“) Grund für Glück sei. Glauben wir daran, dass unsere Möglichkeiten Glück zu erfahren, grundsätzlich knappen Ressourcen entstammen, dann mache uns das selbst und andere unglücklich. Scarcity vs. abundance.

Von der Lusche zum Ausdauermonster
11,4 km Schwimmen, 540 km auf dem Rad und 126,6 km Laufen – Triple-Ultra-Marathon auf Basis veganer Ernährung ist möglich, allerdings ist dann der Speiseplan nicht weniger hochgezüchtet als der Trainingsplan. Interessant, trotzdem. Dazu passt vegetarischer oder veganer Karotten-Lachs.

Vimeo: Making of Japanese handmade paper
5:39 Minuten aus einer Manufaktur des feinen, japanischen Washi-Papiers. Papier so schön, dass ich nicht darauf schreiben kann, ohne ein kleines bisschen beschämt zu sein. \<3 Via OpenCulture. – Wenn man dann noch nicht genug hat, auch via OC: How Japanese Things Are Made in 309 Videos.

6600 Free Films from The Prelinger Archives
Frei nutzbare Filme – auch für Bearbeitung und Remix; ich habe entschieden zu wenig Zeit. Früher war irgendwie mehr davon.

Inside the Assassination Complex
Snowden warnt auf The Intercept vor einer permanenten Überwachung durch ein Netzwerk autonomer Drohnen.

Und zu guter Letzt etwas Fluffiges:

Queer Cartoonist Database

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Links der Woche 17

The Happiness Narrative
Data Science Alarm Jennifer Aaker untersuchte Blog Posts, um herauszufinden, wie wir Glück im Lebenslauf unterschiedlich bewerten – und fand heraus, dass unsere Vorstellungen von Glück zwar mit Lebensaltern verbunden sind, wir diese Korrelation aber auch beeinflußen (können).

The Book Of Life
Einfach mal stöbern.

Die Gewinner des Sony World Photography Awards 2016
Fantastische Aufnahmen.

9 Types Of Intelligence
20 Jahre alt ist das Buch „Frames Of Mind“ von Howard Gardner, in dem er die 9 Typen der Intelligenz ausruft – und ist eigentlich nur ein Startschuß für eine Fortentwicklung über das GoodWork Project, das an der Stanford Tools für gutes, ethisches Arbeiten entwickelte, zum Good Project – „Ideas and Tools for a Good Life“.

At 100, Still Running for Her Life
Ida Keeling läuft einfach weiter. „I feel like I am over the hill and picking up speed.“ – Go, Ida, go!!!

Level Up Your Plank Workout
Planks sind ja der letzte Schrei und sollen so viel besser sein als Crunches und Push-ups. Hier sind 11 Planken, als Video und PDF, die den Core Strength aufbauen.

SmashingConf Freiburg
Eine kleine Web-Entwickler-Konferenz des Smashing Magazine vom 12.–13. September.

Youtube: School Lunch in Japan. (9min)
In Japan ist das Mittagessen keine Pause sondern Unterrichtszeit. Sinnvoll und inhaltlich weit mehr als nur Essenkunde. Putzig, wie die Kleinen den Gesundheitscheck absolvieren; bei uns in der „Koch-AG“ wurde einfach gekocht. Haben wir uns überhaupt die Hände gewaschen? Wahrscheinlich nicht. Barbaren.

Color Lisa
Neue Farbpalette gesucht? Hier ist bunt – aus allerlei Meisterwerken der Kunst. Name des Künstlers anklicken, oberhalb der sich einblendenden Farbpalette kann man dann über den Namen des farbspendenden Kunstwerks zum Bild selbst gelangen.

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Links der Woche 16

Oxytocin: Unsere Wunderdroge
Ich bin dafür, dass dies die Droge sei, die wir in unserem Weltbeherrschungsplan für die Verbreitung in Chemtrails vorsehen. Ich behaupte an dieser Stelle auch, dass Katzen den Menschen durch die Provokation von Oxytocin-Ausschüttungen steuern. Keine steile These, das ist die Wahrheit.

My writing day
Eine neue wöchentliche Kolumnenserie des guardian in der Autoren ihren typischen Schreibtag beschreiben. Den Anfang macht Hilary Mantel.

The Minecraft Generation
Ein toller ausführlicher Artikel über das neue Lego – und darüber, wie dieses Spiel heute Kindern Kompetenzen zu entwickeln hilft, die das digitale Zeitalter nunmal benötigt: Problemlösung, Wissenserwerb, Wissenvermittlung, Programmieren, Hacken.

A Guide to Schöneberg
Eine schöner Führer durchs Viertel, von I❤️Berlin.

A Mini-Guide to Not Being Frustrated All the Time
Leo Babauta ist mir oft overselfhacked und überimproved, das ist ja aber mein Problem und nicht seins. 😉 Nettes kleines Gedankenskript für frustrierende Situationen.

Leseliste

Neues auf der Leseliste.

Literatur 1: Die Droge Büro
„Als wäre Kafka auferstanden und hätte einen schwedischen Krimi geschrieben: Jonas Karlssons „Das Zimmer“ ist ein fantastischer Roman über die moderne Arbeitswelt.“ – Zeit Online

Literatur 2: „Hegel ist für mich voll Science-Fiction“
„Ann Cotten ist die klügste und schwierigste Dichterin in deutscher Sprache. Ein Gespräch über ihr neues Epos „Verbannt!“, den Psychoterror des Internets und die Konterrevolution japanischer Zedern.“ – Die Welt
Super Interview mit Anne Cotten, das wahrscheinlich nur super ist, weil Anne Cotten super ist.

Aber ich traue dem Internet keine Weisheit zu. Es kichert nur blöd und weiß alles besser. Es ist süffisant und lacht alles aus. Psychoterrormäßig. Und was besonders fies ist: Es führt auch noch Buch über alle, die mit ihren Träumen und Utopien gescheitert sind. Es kann eigentlich nur pessimistisch machen.

Technisches

Rhansomwhere?
Leider werden mittlerweile auch Macs Ziele von erpresserischen Verschlüsselungstrojanern. Dieses Tool soll das schlimmste verhindern, ich überlege noch es zu installieren.

Franz
Endlich alle Messenger in einer App, Facebook Messenger, WhatsApp, Skype, WeChat, Telegram, Hangouts … und mehr. Und: es sind mehrere Accounts per Messenger möglich. Praktisch!

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Links der Woche 15

Not Knowing.
Bearing Witness.
Taking Action.

These three teachings have helped me resolve my own understanding of the self and how it functions in the world. Instead of shame and hiding, instead of anger and frustration, I’ve found solace and strength. In this way, I can be available to the self that is calling through me from the Self that is all space and time.
Roshi Pat Enkyo O’Hara

The Lojong Mind Training Practices
Lojong – Dieses Training, oder eigentlich: diese Verfeinerung des Bewußtseins, besteht aus einer Reihe von Sentenzen, die helfen sollen, die Grenzen des Egos aufzulösen und zu ersetzen durch Offenheit und Mitgefühl. Die Diskussionsteilnehmer in diesem PDF sind sich aber uneins darüber, ob diese buddhistische Praxis auch ohne den Buddhismus drumherum funktioniert. So oder so, die Sätze / Slogans / Sentenzen / Aphorismen sind Denkanstöße.

Zuviel Selbstlosigkeit? Als Antidot eine umfassende Anleitung zur Selbstsorge mit vielen Links, unter anderem auch zum Tagebuch-Schreiben …

Ich bin ja kein Freund handschriftlichen Schreibens von Tagebüchern, d.h. ich liebe es, schaffe aber nicht den Sprung aus meiner digitalen Komfortzone in die (zahlreichen, aber leeren) Notizbücher. Dabei wäre dieser tatsächliche Ausstieg aus der üblichen Arbeitsumgebung bereits ein Einstieg in das mentale Deloading. Diesen Begriff aus dem Sport überträgt Tim Ferris auf seinen Denkmuskel und sein tägliches Schreiben. Früher nannte man das „sich sammeln“ oder „kontemplieren“. Dabei benutzt er dieses inspirierende Journal, welches auf dem Buch The Artist’s Way basiert. (Ach, daher kommen die Morning Pages!)

😁
Weil Emojis auf unterschiedlichen Plattformen alle ein bisschen anders aussehen, kann es bei der Verwendung durchaus zu Missverständnissen kommen. Und so ist das Wort dann wohl doch weniger irreführend als das Bild. ;-)

The next hot job in Silicon Valley is for poets
… nicht weil Code Poesie sei (s.u.), sondern weil die nächste Generation der Sprach-Bots und AI auf sprachkompetenten Input angewiesen ist.

Yuri Shwedoff
Handgemachte Bilder aus einem postapokalyptischen Land, ruhig ein bisschen durchklicken. Auch auf Instagram und vielen weiteren Kanälen.

Zum Schluss: Frag Siri „Kannst Du Beatbox?“ Wirklich.

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Links der Woche 14

How To Start Running
Ein „Well“-Guide der New York Times. – Hier sind tolle Artikel versammelt und reichen von Anfängerfragen bis zu Experten-Titbits. Zum Beispiel der Artikel für Läufer, die Bier lieben oder einer über Gehen, welches das Laufen verbessert

The Interactive Productivity Flowchart
Zuviel zu tun? Zettel, Stift und die Fragen dieser Seite helfen beim Aufräumen der Todo-Liste.

Apropos Minimalistisch und Aufräumen
Florian Siebeck schreibt in der FAZ gegen die Konmarisierung und erinnerungslosen Minimalismus.

Self-Motivation
Charles Duhigg über Marine-Corps’ Self-Motivation, via swissmiss. Manchmal kommen Erkenntnisse von dunklen Orten. Ein kurzes Video über Subversion als Quelle intrinsischer Selbstmotivation.

Warum ich allein reise
Ich bin ja noch nicht einmal dazu gekommen, alleine zu wohnen. Allein reisen erscheint da fast noch schwieriger. Interessante Idee, trotzdem.

52/17
… soll das Verhältnis von Arbeit („sprints“) zu Pause („recreational rest“) sein, das am Produktivsten macht. Dies ist der Timer Fokasu dazu.

Braver Browser
Naja, eigentlich „tapferer Browser“, aber Alliteration, okay? Brave ist angetreten, das Surfen im Netz sicherer und die eingeblendete Werbung (wenn man sich nicht entscheidet, sie vollkommen zu blocken) sicherer und sinnhafter zu machen. Dazu soll Werbung und Tracking geblockt und ein eigenes, anonym verteilendes Werbenetzwerk aufgezogen werden, an dem auch der Endverbraucher per Bitcoin-Zahlungen beteiligt werden soll. „With our ad-share model, the default money flow directs up to 70% of ad revenue to site publishers – far greater than the average percentage in the current programmatic display ad ecosystem. Brave keeps 15%, and allows the end-user to choose whether to donate or keep their 15% share.“

Every Noise at Once
Supercool. This is an ongoing attempt at an algorithmically-generated, readability-adjusted scatter-plot of the musical genre-space, based on data tracked and analyzed for 1387 genres by The Echo Nest. The calibration is fuzzy, but in general down is more organic, up is more mechanical and electric; left is denser and more atmospheric, right is spikier and bouncier.

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Links der Woche 13

Hörspielaufnahme von „Unendliches Spiel
Jeder kann eine Seite aufnehmen und einreichen. Noch sind ein paar Seiten übrig!

Every Noise At Once
Wieviel Musikgenres gibt es? Auf dieser einen Seite sind 1.387 in einer echten Sound Cloud versammelt. Genre anklicken und Beispiel hören. Zolo? Shimmer psych? Musiikkia lapsille? Ürre.

„Ich war das, was man heute verhaltensauffällig nennt“
Toller Artikel auf ZEIT online über Nell Zink, die nicht nur mit Franzen befreundet ist, sondern ein Beispiel, dass man auch mit 50 noch debütieren kann. Ha! (Schon bei FB geteilt, vielleicht hast Du den Artikel also schon gelesen.)

Das ist die perfekte Ernährung
Über eine japanische Langzeitstudie, in der über einen Zeitraum von 15 Jahren 80.000 Probanden im Alter von 45 bis 75 hinsichtliche Ernährung und Lebenstil ausgewertet wurden. Nichts Neues, ausgewogene Kost rulez. But:

Interessant ist: Die offiziellen Ernährungsrichtlinien geben keine allgemeingültige, „korrekte“ Ernährungsweise vor. Illustriert werden die Richtlinien nicht als Pyramide, sondern als Kreisel, auf dem keine einzelnen Nahrungsmittel abgebildet sind, sondern Gerichte. Warum? „Diese auf Gerichte basierende Darstellungsweise, so der Hauptautor der Studie Kayo Kuratani in einem Interview, „ist nicht nur leicht von jenen zu verstehen, die die Speisen kochen, sondern auch von jenen, die sie essen.“

Julia Trompeter : Das Herandonnern des Augenblicks
Es gibt sie noch die Lyrik. Liest Du Lyrik? Ich sollte mehr Lyrik lesen. Vielleicht die von Frau Trompeter.

The Wild Path – An Icelandic Adventure
Zugleich tolle Story als auch Experiment mit interaktivem Storytelling im Web.

Steve de Shazer: Don’t think, but observe. (PDF)
Über Ludwig Wittgensteins Bedeutung für die Lösungsorientierte Kurztherapie.

Make your own Minimalist Leather Wallet and Key Holder
Wenn ich mal Zeit habe. Und Leder. Und davon absehe, dass eigentlich das schönste Portemonnaie das abrAsus Tiny aus Japan ist. (Das gab es mal als Evernote-Edition auch außerhalb Japans. Gab.)

Und zum Schluss Geschichten, Zen-Geschichten: 101 Zen Stories, Texte des Zen Buddhismus und The Great Unraveling (PDF).

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Links der Woche 12

„Viele Quellen der Intelligenz“
Interview in der taz mit dem China-Experten Sebastian Heilmann zu Gaucks Besuch. Sehr fundiert und interessant.

Die Folgen können tödlich sein
Fridolin Schley im Freitext über die Desillusionierung unserer (linken) Generation, die erkennt, dass die primitive Rechte überlebt hat. „Einfach nur zuschlagen. Vielleicht auch sich selber eine einfangen. Alles wäre dann Schmerz und Klarheit.“

Liefern, was der Kunde will
Kurzes anregendes Stück. Wie und was verändert digitale Literatur? Sind wir tatsächlich auf dem Weg zu einer „begradigte(n) Literatur – mit hoher Fließgeschwindigkeit, aber ohne Leben“?

Vielleicht strömt ja die Social Media-geborene Literatur in eben den gleichen, schnellen Fluss. Die Wiener Neunundzwanzigjährige Stefanie Sargnagel schrieb ihren zweiten twitteresquen Roman. Und die ZEIT bringt in der Besprechung Der Zweizeiler als Idealform ein paar Perlen zum Besten. Ich habe gelacht. Das Buch les’ ich wahrscheinlich trotzdem nicht.

Die Chinesen verkaufen heißes Wasser. Wenn wir Kaffeemehl dazu tun, kann man damit auch in Europa Jetsetter werden. Ein Star-Barista im Porträt der FAZ

Thema der Woche: Achtsamkeit

Guided Meditations – Meditations that Free the Heart – Tara Brach
Kostenlose Mediationen.

Dafür gibt es auch Apps. Claudia Becker schrieb gerade in der WELT zum deutschen headspace-Pendant, 7mind: Wie ich endlich zu meiner Mitte fand.

“Consciousness is everywhere”

Panpsychism, the idea of universal consciousness, is a prominent thought in some branches of ancient Greek philosophy, paganism, and Buddhism. And it has been largely dismissed by modern science — until recently. […]
In an academic paper, Koch and Tononi make the profound statement that their theory “treats consciousness as an intrinsic, fundamental property of reality.”

Was den daheim und allein meditierenden Einzelgänger von dem Buddhisten ist vielleicht gar nicht einmal die Richtung, in die beide gehen, sondern der Sangha, die spirituelle Gemeinschaft. Thich Nhat Hanh schreibt auf Lion’s Roar ein interessantes Stück darüber:

In my tradition we learn that as individuals we cannot do much. That is why taking refuge in the sangha, taking refuge in the community, is a very strong and important practice. When I say, “I take refuge in the sangha,” it does not mean that I want to express my devotion. No. It’s not a question of devotion; it’s a question of practice. Without being in a sangha, without being supported by a group of friends who are motivated by the same ideal and practice, we cannot go far.

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Links der Woche 11

„Disziplin ist eine feine Sache“
Katrin Bauerfeind gibt ein kurzes Interview, für die Serie Das war meine Rettung. Seit sie Roger Willemsens Assistentin war, mag ich sie ja noch mehr.

Wer liebt Tiny Houses nicht? Kasita, Finalist des diesjährigen South by Southwest Interactive Innovation Awards, ist auch noch voll-vernetzt und steckt voller Tectec. Jetzt bin ich auf der Suche nach einem Stellplatz.

Ich spiele keine Spiele. Aber ein Mix aus Zelda und Harry Potter? Awww … Kommt aber frühestens 2017 und erstmal für den PC. Genug Zeit, das ganze wieder zu vergessen.

All the Stock Mac Apps That Apple Quietly Made Useful
Die mitgelieferten Apps erscheinen auf den ersten Blick immer nackt und im Funktionsumfang gerade so ausreichend. Mittlerweile sind die Funktionen von Notes, Spotlight, Preview, Quicktime und Co aber unter der Haube so umfangreich, dass man sie kennen muss, um sie nutzen und schätzen zu können. Das nächste Mac OS X Update wird sogar einen nativen Import von Evernote nach Notes bieten…

Just Start
Klingt immer einfacher als, es ist. Wie es einfacher ist und wie man es richtig angeht, zeigt dieser Artikel. „Forgiving oneself for procrastinating is likely to be an essential step in effecting motivational change.“

Globalisierung und Eurozentrismus
„China darf die Vorherrschaft des Westens nicht infrage stellen – so die gängige Meinung in Europa und den USA. Sie wird damit begründet, dass unsere Weltordnung auf universellen Werten beruhe. In Ostasien leuchtet das nicht jedem ein; dennoch wird das eurozentrische Weltbild noch lange vorherrschend bleiben.“ Gastkommentar von Florian Coulmas in der Neuen Zürcher Zeitung.

Blendle, WiWo: Geteiltes Geheimnis
„Superschlaue Software perfektioniert schon bald unser Leben. Der Mensch braucht in dieser Zukunft nur noch seine Nährstoffzufuhr zu organisieren, für alles andere ist eine ideale Maschine zuständig, der Source Code des Lebens. Bleibt die Frage: Wer kontrolliert die Software?“ Von Miriam Meckel

Inside the Taboo-Filled Mind of Japan’s Best BDSM Manga Artist
Vice-Interview mit Gengoro Tagame über seine BDSM Manga, seine Kunst, und seinen letzten nicht-erotischen Manga, in dem er zwei Männer ein Kind großziehen lässt.

Wie unser Gemüse aussah, als man es noch fand und nicht zog
Das wirft doch ein ganz neues Licht auf Paläo– echtes Paläo wäre demnach ja doch sehr viel, ähm, faserreicher.

Fonts, mit denen man Druckertinte spart.
Gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel.

The Fox and the Star
Eine wunderschön illustriertes und gestaltetes Buch, entdeckt von brainpickings.org, wie so oft.

Es geht um weit mehr als Go
Wie Maschinen sich selbst lehren. Was Maschinenlernen uns lernt.

Vitalik Buterin – „digitaler Lenin“: Der Mann, der heimlich unser Finanzwesen revolutioniert 
Die Revolution in der Blockchain, wie Verträge sich zukünftig selbst schließen und erfüllen dank der Blockchain.

白鸟 (Weißer Vogel): warum wir Kurzfilme brauchen
Diesen Kurzfilm würde ich gern sehen. Aber wo? – Kurzer Artikel über den Kurzfilm 白鸟 im Speziellen und Kurzfilme im Allgemeinen.

Last, but not least:  The Photo Tips That Finally Clicked and Made Me a Better Photographer
Keine neuen Tipps. Warum ich es dennoch notiere? Ein Tipp, an den man sich erinnert, ist ja besser als einer, den man vergessen hat.

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