Erinnerung

Ich streiche mit der Hand in das Wasser, langsam, um die rot-weiß gefleckten Fische nicht zu verschrecken. Sie scheinen zu hoffen, dass ich sie füttere und fürchten sich nicht.

„Was machst du da?“ Weiter ⋯

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Links der Woche 24

Never before seen images of David Bowie from three iconic British photographers

Youtube: Synchronizing Fireflies
Via swissmiss. Glühwürmchen-Syncen mit LEDs, cool.

Stiftspitz-Blümchen von Haruka Misawa
Auch via swissmiss. Höbsch!

Apple’s use of ‚differential privacy‘ is necessary but not new
Eine Firma, die ihre Angebote verbessern will, ist darauf angewiesen, herauszufinden, was funktioniert und was nicht funktioniert, was die Leute wollen und was nicht. Die Schwierigkeit ist, an diese Informationen zu gelangen, ohne den Leuten die Hose herunterzuziehen. Eine anonymisiereung von gewonnenen Daten hat sich als nicht ausreichend erwiesen, da Metadaten die Herkunft rekonstruierbar machen. Dies ist nun ein Hintergrundartikel, der erklärt, wie „differential privacy“ funktioniert und was sie bedeutet; übrigens nicht nur für Firmen sondern auch für Forschung.

Vom Versuch, giftige Gamer zu zähmen
Warum dieser Artikel über die Maßnahmen eines Online-Spiel-Entwicklers, seine Community zu erziehen, interessant ist? Weil die Grenzen zwischen Spiel und Arbeit und Leben hier längst verwischt sind. Und: Weil so ein Multiuser-Online-Rollenspiel irgendwie auch Gesellschaft in vitro ist.

Mut tut gut (blendle)
Karrierewechsel, heißt, einfach mal was anderes machen, und das geschieht immer häufiger.

Why I Quit My Job To Travel The World
Oder man reist eben rum. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Artikel nicht Satire ist …

Megi und Mel
Eine Teenagerbeziehung endet in einem brutalen Mord.

Der Markt ist tot, es lebe das Netz
„Postkapitalismus“ – ein Wort wie eine druckerschwarz gewordene Utopie. Der neue Staat und das Internet der Dinge werden es richten. Der Artikel ist nicht besonders nachsichtig mit den Schwächen der vorgestellten Bücher. Wahrscheinlich zu recht. Die Grundidee bleibt dennoch haften.

101 best free fonts of 2016, so far
Okay, 101 ist als Zahl nun wirklich kein Best-of. Hin und wieder surfe ich aber gerne über solche Übersichten hinweg.

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Links der Woche 23 (The Tipsy Topics Issue)

Geist

Harvard neuroscientist: Meditation not only reduces stress, here’s how it changes your brain
Interview mit der Neurologin Sara Lazar zu ihrer Gehirnscan-Studie mit Meditierenden. Meditation ändert Gehirn und das gleich in mehreren Regionen.

Vorsicht vor diesen Wörtern
Interview mit der Linguistin Wehling zu Ihrem Buch Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Das Buch kenne ich nicht, aber mich ärgert schon am Interview, dass hier olle Kammellen aufgetischt werden wie glitzerneue Erkenntnisse (Priming, Framing) und Wehling hier in sehr aufgeregtem Modus Dinge postuliert, die sie als Linguistin allein gar nicht halten kann.

Selbst

 Moby Lets You Download 4 Hours of Ambient Music to Help You Sleep, Meditate, Do Yoga & Not Panic
Hier auch als spotify-Playlist.

How healthy is positivity, really?
Schon der Artikel über WOOP von neulich schlug diese Kerbe – offensichtlich ist man so langsam auf dem Weg in eine Ära der Post-Positivity? „Positivity and negativity both clearly have a place in our lives. The trick, as with so many things, is to find a healthy balance.“

Some Days, You Just Have Nothing
Leo Baubata ist ja so ein Lebensoptimierer-Zen-Habit-Tausendsassa, dass er einen schon aufregen kann. Aber warum eigentlich … etwas im eigenen Leben verbessern zu wollen wird ja gleich verstanden als etwas besser machen zu wollen als ich. Und schon ist Selbstverbesserung = Selbstoptimierung und steht im Verdacht Gesellschafts- oder gar Wirtschaftshurerei zu sein, anstatt die Suche nach einem besseren Leben. Das hat jetzt gar nichts mit dem Artikel zu tun. Ein kurzer Text zu einem Scheißtag. Ist er etwas pathetic? Maybe, aber das macht es ja nicht weniger schlecht.

Apropos das gute Leben: In Braunschweig sind noch Mietgärten frei.

A Harvard philosopher’s argument for not loving yourself just as you are
Soll man sich selbst lieben? Epikur hätte gesagt: Es reicht vollkommen aus sich um sich selbst zu sorgen. Auch das ist etwas anderes als sich in einem Dauerrepeat der Selbstliebe zu verhärten. Interessanter Artikel, der vor dem Hintergrund chinesischer Philosophie die Veränderung umärmelt.

Vimeo: The Long Game Part 1: Why Leonardo DaVinci was once a loser
Wenn man es bis 30 (lol) noch nicht geschafft hat, zum bahnbrechenden Oeuvre – ruhig bleiben.

Produktivität

Productivity Is Really About What You Don’t Do
Eine Don’t-Do-Liste als Ergänzung zur To-Do-Liste. Kommt mir sehr anal-retentiv vor, ist wahrscheinlich aber nicht falsch.

People are falling in love with a simple productivity system that just uses pen and paper
Bullet journal, eine Art All-Inclusive-Todo-und-Memo-Methode vom Designer Ryder Carroll ist so der letzte heiße Todo-Listen-Scheiß. Sieht ganz nett aus, was die Leute so damit anstellen.

Irgendwas mit Medien

Duygu Gezen: How to Snapchat (für Erwachsene)
Von Katrin Passig empfohlener Erklär-Vortrag über Snapchat von der TINCON (der re:publica-Sprössling für Sprösslinge), der von youtube in Deutschland aber nicht gezeigt wird, wegen GEMA-WTF. Aber mit dem Proxy-Link geht es.
Ich kuck das jetzt. Man kommt sich ja blöd vor. Was ist eine Snapchat-Story??? – Ich habe das jetzt gekuckt und bin noch ähnlich ‚ahnungslos im Angesicht des Neuen‘.

Ein Netzwerk wie ein Glücksspielautomat
Gutes Design vereinfacht die Nutzung eines Produkts, in dem es Entscheidungen erleichtert. Böses Design macht aus diesen Erleichterungen manipulative Belohnungsereignisse. Dass Designer „nicht aus bösem Willen handeln“ halte ich indessen für unglaubwürdig.

Geld

Der sagenhafte Reichtum der Fugger
Mit Frau Fugger durch die Stiftungen und über die heute noch nicht unerheblichen Besitztümer der Familie. Das Geheimnis: Wald und Liegenschaften, damit kommt man durch die Jahrhunderte.

6 Tips for Building a Fabulous Capsule Wardrobe on a Budget
Wenn ich mal Zeit und Geld habe, um Zeit und Geld zu sparen, werde ich mich der Aufgabe stellen, eine Capsule Wardrobe zusammenzusuchen.

Sport

A Step-by-Step Guide to Tempo Runs
Nur weil der Artikel mir über den Weg lief, schnell natürlich, und ich ihn ganz gut fand. Du weißt das natürlich alles schon.

How to Foam Roll Like a Pro
Jetzt mal ehrlich, das soll gut sein? Das sieht furschtbar unbequem aus.

Bauch

Geschmorte Schweineschulter
Schwein. Guilty pleasure. Ewig nicht gegessen.

How to Use Vinegar to Make Your Cocktails Taste Amazing
You know Shrubs? „* … a cocktail or soft drink that was popular during America’s colonial era, made by mixing a vinegared syrup with spirits, water, or carbonated water. The term „shrub“ can also be applied to the sweetened vinegar-based syrup, from which the cocktail is made; the syrup is also known as drinking vinegar.*“ Das hört sich doch interessant an. (Und wie eine neue hype-bare Geschäftsidee. Food Markets, ich komme!)

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Links der Woche 22

The Benefits of Handwriting vs. Typing
Weil ich schon seit Schreiblern-Zeiten eine unabänderlich verkrampfte Schreibhaltung habe, schreibe ich am liebsten mit der Tastatur. Obwohl ich vor nicht allzulanger Zeit den Füller wiederentdeckt habe. Man gerät ja schnell in einen Sog von Lust am Luxus, wenn man sich die schönen, wirklich schönen Füllfederhalter anschaut, dies es so gibt. Und ich habe tatsächlich einen sehr schönen Pelikan und einen Waterman. Gehabt. Am Schluss hat bei meiner Krampfhand ein sehr günstiger Klassiker haushoch gewonnen, der Lamy Safari.

Want to be more productive? Don’t go paperless.
Zum Schreiben mit der Hand gehört das Papier. Wie passend dazu dieser Artikel, mit vielen Stöberfeinen Links ins Web. Vorsicht Notizbuch-Verführungen und interessante Artikel.

And now to all the things completely different:

Kapitalismus? Nein, danke

„In einer Umfrage der Harvard University gaben 51 Prozent der befragten Jungwähler an, den Kapitalismus abzulehnen, nur 42 Prozent heißen ihn gut. Fast die Hälfte sagt hingegen, dass sie ein sozialistisches System zumindest in Teilen befürwortet. Sie sehen eine gesundheitliche Grundversorgung, ausreichend Essen und ein Heim als ein Grundrecht, für das im Notfall die Regierung aufkommen solle. Kurz gesagt: Die 80 Millionen Millennials – die bevölkerungsstärkste Generation in der Geschichte des Landes – lehnen den ökonomischen Status quo ab.“

Gewinnt vielleicht doch Sanders?

Youtube: The Myth Of Average
Ein gutes Plädoyer für ein Schul- und Lern-Design, dass sich nicht auf den Durchschnitt konzentriert sondern auf die Ausbrecher. 18 Minuten, via swissmiss.

„Empathie blendet uns“
Ja. Mitleid statt Empathie.

The Rise of Polyamory
Die polyamore Idee finde ich in vielerlei Hinsicht und Beziehungen (LOL) wertvoll. Bei dem Video-Interview, dass dem Artikel vorangestellt wird, finde ich aber doch das Argument unsympathisch, dass in mehreren Beziehungen eben auch Bedürfnisse erfüllt würden, die eine Beziehung allein nicht erfülle. Beziehungen sind ja nun doch kein Bedürfnis-Buffet.

The secret army of cheerleaders policing China’s internet
Die Chinesische Regierung kennt eben ihren Aldous Huxley und überlässt die allzeitige Ablenkung des Volkes nicht frei flottierenden Media-Konzernen. Das allerdings nicht, wie ursprünglich vermutet, gegen Bares. „Another beautiful theory vaporised by a banal fact. That’s research for you.“

The Design Legacy Of Dieter Rams
Die 10 Prinzipien guten Designs. Lustig: Ersetz’ doch mal „design“ durch „politics“, „product“ durch „governement“ und „consumer“ durch „people“.


6. Good politics is honest: It does not make a government more innovative, powerful or valuable than it really is. It does not attempt to manipulate the people with promises that cannot be kept.
7. Good politics is long-lasting: It avoids being fashionable and therefore never appears antiquated. Unlike fashionable politics, it lasts many years – even in today’s throwaway society.
8. Good politics is thorough down to the last detail: Nothing must be arbitrary or left to chance. Care and accuracy in the political process show respect towards the people.

Zum guten Ende einen Gin Tonic. Auch wenn es dann doch nur das Wunder der Chemie ist.

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Links der Woche 21

Is Yoga Really That Good For You?
Dreieinhalb mit Informationen vollgesteckte Minuten über Yoga, die es sogar schaffen zwischen Yoga als spiritueller Praxis und Sport zu unterscheiden.

Was es bringt, morgens früher aufzustehen und sich zu organisieren
Das Hype-Rezept ist: Mach eine einleuchtende Beobachtung, nenn sie „nicht so einleuchtend“ und gibt ihr einen punchy Namen, bastele ein Programm daraus, das sich in einem aufgeladenen Akronym zusammenfassen lässt (SAVERS), Trademark (R) drauf, reich werden. Was Hal Elrod mit seinem Buch The Miracle Morning gemacht hat, das können wir doch auch. Oder?

Die Delis sind da
Der nächste Berliner Food-Trend, jüdisch-amerikanische Delis. Pastrami-Sandwiches & Lox-Bagles galore.

Going Dark: Online Privacy And Anonymity for Normal People
Eine gute Übersicht mit vielen kleinen nützlichen Details, um sich eine dunkle Online-Identität zu bauen. Wahrscheinlich nicht überwachungs- aber zumindest auswertungsfest.

There’s No Such Thing as Free Will
Also (a) ist das ein Artikel, den ich gerade eben nur überflogen habe, den ich (b) dennoch empfehle, weil es sich hierbei um ein Standard-Thema des Philosophiestudiums handelt, dass sich (c) immer und allemal eignet, das Denkorgan zu schulen. Determinismus, Zufall, Emergenz, Schuld und Sühne, im Thema ist alles drin, was Spaß macht.

Du bist, was Du denkst
Ein wirklich interessanter, leider kostenpflichtiger Blende-Artikel aus dem Zeit-Magazin vom 19.05.2016. Denk Dich jung, denk Dich schnell, denk Dich gesund, denk positiv, aber dabei negativ, sonst gibt es keinen woop.

Japans modische Supernova
Eine kurze Klick-Foto-Strecke zu dem neuen Taschen-Bildband über Issey Miyake. Das wäre ein Designer, von dem ein Stück (der Alpaka-Mantel!) eine Sammlung begründen kann, die viel Müll im Kleiderschrank, durch wenige wertige Teile ersetzt. „Eine eigene Schneiderin empfiehlt sich!“

Realer als Analsex
Porno ist nicht mehr genug, real soll es sein. Amateurporno verdrängt die Pornoindustrie, oder durchdringt er sie nur?

Ich bin von jeder Ankunft weit entfernt
Ein schönes Interview mit Judith Hermann (Anlässlich Lettipark, dem neuen Erzählungsband. Es ist ja alles nur noch anlässlich. Aber egal. Trotzdem mit einigen starken Antworten.)

Die besten Köpfe ihrer Generation
Kate Tempest ist eine Wucht, und wirdgeradeindenFeuilletonsgefeiert, so euphorisch, dass ich mich ganz entsetzt gar nicht traue, etwas von ihr zu lesen.

Zu guter Letzt für dieses sonnige Wochenende: Wear sunscreen, dance! Immer noch ein guter Rat.

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Links der Woche 20

Heute gibt es nur einen kurzen Rückblick, denn die Woche seit dem letzten war selbst nur kurz und darüberhinaus arbeitsreich. Hier also die Shortlist, nichts besonderes diesmal:

What Cringing at Your Own Dumb Voice Reveals About You
Warum ist einem die eigene Stimme so unangenehm, wenn man eine Aufnahme hört. Weniger erstaunlich als die letztendliche Erklärung sind die bisherigen Theorien und Studien, um herauszufinden, warum.

How to Make Rich, Flavorful Caramel Without Melting Sugar
Karamell. Wir sehen jetzt mal vom Teufel aus der Zuckerdose ab. Ich meine, es geht um KARAMELL. Selbst wikipedia behauptet ja, für Karamell müsse man Zucker schmelzen. Am Ende hat man dann aber den blöden Karamellblock, den man entweder aufwendig zerstoßen muss oder zu Sirup aufkocht, was für so manches Rezept die Flüssigkeitsangaben verschiebt, will man es „karamellisieren“. Unnötig, yay! Einfach weißen Zucker bei 149°C backen, er schmilzt (angeblich) nicht1 und verwandelt sich in streubaren Karamellzucker, den man überall statt normalem Zucker drantun kann. Ich bin seit dem Braunen Bären karamellsüchtig.

Eight Things You Probably Didn’t Know You Could Stream On Spotify
Audio Books, Radio Dramas, Language Lessons, Short Stories and Poetry, Famous Speeches, Guided Meditation and Self-Help.

Eine Affäre, damals in Britisch-Indien
Aktuell ist der zweite Band „Eine treue Frau“ von Jane Gardams Old Filfth Trilogy erschienen und nachdem „Ein untadeliger Mann“ schon wegen Witz und Finesse gelobt wurde, ist die Literaturkritik wieder des Lobes voll. Jane Gardam ist 87 und mehrfach preisgekrönt, in Deutschland aber erst jetzt entdeckt.

The School Of Life: Being A Good Listener

The School Of Life: Overcoming Bad Inner Voices


  1. Also der benannte Wiki-Artikel sagt, Zucker schmelze ab 135°C. Es sind Experimente notwendig! 
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Links der Woche 19

Die NABU-Vogeluhr
Funzt nur am Desktop gut. Mit dem Mauszeiger über den Piepmatz und schon weiß man, welche Minute des Sonnenaufgangs geschlagen hat.

“Es ist eine große Lust, mich zu schmücken“
Feridan Zaimoglu über seinen Mackerschmuck, Schreiben und im Rückblick auf sich selbst. Irgendwie gut.

Wie ein Deutscher Russlands Hacker-Legende entlarvte
Wenn eine Doktorarbeit zu einem Forsythe-Krimi wird.

Easy Steps To Better Icon Design
Sechs einfache Schritte, ich liebe solche Rezepte, weil sie auf wesentliches aufmerksam machen.

#rpTEN: Clash of Cultures
Podiumsdiskussion mit Kathrin Passig, was es schon sehenswert macht. Außerdem Leonhard Dobusch, Monic Meisel und Volker Grassmuck. Der Text The Tyranny of Structurelessness wird von Passig zur ergänzenden Lektüre empfohlen: „Wie konnte man bloss ohne diesen Text auskommen“. – Überhaupt muss ich den einen oder anderen Vortrag der re:publica schauen … (Seufz, warum war ich nochmal nicht dabei?)

Worried? You’re Not Alone
Muss man sich jetzt auch noch darum sorgen, die Sorge als kognitiven Prozess im Griff zu haben? Spaß beiseite. Wenn Sorge sich Anlass sucht, um den eigenen Prozess aufrechtzuerhalten, helfen vier Strategien.

Eine dumme Sorge ist eigentlich: Um wieviel langsamer werde ich eigentlich mit dem Altern?. Dazu gibt es nicht nur einen wissenschaftlichen Artikel (verlinkt im Artikel) als auch einen Kalkulator (ebd.). Ich mache mir ja eher Gedanken, wie ich überhaupt erstmal schneller werden kann, bevor ich am Stock gehe, auch wenn der Stock gerade sein anti-geriatrisches Revival erlebt.

Blendle: Dieser Mann denkt über den Untergang der Menschheit nach
Es beginnt mit einer simplen Betrachtung: Nur 250.000 Generationen liegen zwischen der Gestalt des Menschaffenhirns und dem Menschenhirn. „…die Folgen dieser Intelligenzexplosion: ‚Die Schimpansen bestimmen heute nicht mehr über das Schicksal ihrer Spezies. Das tut der Mensch.‘“ In dieser Logik ist es nur folgerichtig, dass wir Menschen irgendwann von Maschinen gesteuert werden. Man könnte meinen, dass die These Gelernters, Kreativität als Ergebnis unserer Psyche wäre von Maschinen nicht replizierbar, dazu im (gewichtigen) Widerspruch stünde. Die Gegenfrage kann dann nur lauten: Haben Schimpansen eine Vorstellung von unserer Kreativität, wissen sie, was wir träumen?

Das Buch Ein guter Tag hat 100 Punkte: …. und andere alltagstaugliche Ideen für eine bessere Welt hat einen Nachfolger: 100 Punkte Tag für Tag
Die Idee ist, jeden Tag nicht mehr als 100 Punkte zu verbrauchen, die eine Maßzahl für dahinter stehende Ressourcen sind. Ein bisschen wie Weight Watchers für den Konsum. Punktezählen finde ich erstmal semi-bescheuert, auch wenn es der Verschlankung des Konsums und ökologischen Fußabdrucks dient. Als Bewußtmacher und Inspiration finde ich es aber gut. Gibt es auch im Web, im Facebook, als Unterrichtsmaterialien und und und.

Fernsehen

Arte: Jordskott – Die Rache des Waldes
Fernsehen geht eigentlich nur noch als Serie, und dann auch nur bezahlt oder öffentlich-rechtlich. Hier schlägt das Botanikum auf arte zurück. Klingt spannend und besonders und ist ja Gottseidank im Internet schaubar.

Foto

Bence Bakonyi: Segue
Via Christian Y. Schmidt. Der ungarische Fotograf Bakonyi fotografiert für seine Serie segue ein menschenloses China.

Throughout my one year stay in China, I tried to find my home in a world completely unknown to me. And because home is where one can find himself, the photographs can also be seen as self-portraits projected onto China. Without assistance and not being able to speak Chinese, it was hard for me to communicate with people. Therefore, I refrained from picturing humans and I focused on their environment instead.

Musik

Mark Pritchard – Beautiful People (feat. Thom Yorke)

Lethe, Mittelmeer, Spumante und zum Schluss wird alles gut, schräg, 2 Songs im Kurzfilm: Stabil Elite – Spumante / Alles Wird Gut

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Links der Woche 18

Cyc: KI mit Weltwissen erreicht Marktreife
Klingt erstmal nicht sonderlich interessant, diese kurze Meldung. Liest man aber hier weiter, ist es schon faszinierend zu erfahren, dass diese „world’s largest and most complete general knowledge base and commonsense reasoning engine“ ein anderes KI-Paradigma verfolgt als Deep Learning und neuronale Netze. Das ähnelt ein wenig dem Streit der Linguisten (den ich noch aus dem Studium kenne), wo ein Lexikon aufhört und wo eine Enzyklopädie anfängt und wie das im Gehirn wohl organisiert sei, ob es semantische-sprachliche Informationen von dem Weltwissen getrennt behandelt oder nicht. Dabei ist das „brain dictionary“ und Mapping neuronaler Reaktionen auf Worte natürlich nicht zwingend ein Mapping von semantischen Inhalten (Bedeutungen), sondern kann genauso gut die nachfolgende Aktivierung des Weltwissens sein, dass mit ebendiesen semantischen Inhalten korreliert. Das ist meiner Ansicht nach der Fall, da Paraphasien und Semantische Demenz die Verwendung von Wortbedeutung sehr generell stören, obwohl die dazugehörigen Hirnschädigungen lokalisierbar und nicht generell sind. Übrigens hörten die Versuchspersonen die für das Gehirn-Wörterbuch hirngescannt worden The Moth Radio Hour, „a program where people share emotional personal tales“.

Youtube: A Vault of Color
Via OpenCulture: „The materials collection, at the Harvard Art Museums in Cambridge, MA, houses thousands of pigments, including some of the world’s rarest. Dragon’s blood, mummy, Indian yellow: these are but a few flashy highlights from the museum’s collection.“
Irgendwie finde ich den Gedanken fast versöhnlich, dass die Menschheit nicht nur Gelumpe ist, sondern auch so viel Aufwand und Gedanken darauf verwendet hat, um Farben hervorzubringen, Farben für Kunst.

Pilger des Regenbogens
Italien ist doch Korruption, Kaffee, Katholizismus und Kommunismus. Pizza, Wein und Pasta. Amore und Berlusconi, Machismo und Mafioso. Na, und dann gibt es überall doch Dinge, die quer zu allen Vorstellungen und Klischees liegen. Wie die Feminielli, queere Pilger, die seit dem 12. Jahrhundert zur Madonna Mamma Schiavona auf den Montervergine reisen. Die Mönche haben sich (nach 800 Jahren) zähneknirschend an die Wallfahrt gewöhnt, trotzdem sichern Polizisten Bischof und heilige Messe gegen den Einfall der Anormalität. Die Schwulen, Lesben, Bis und Trans, die dürfen erst nach der Messe zur Madonna.

Werft euer iPhone weg!
Entschiedenes NEIN! von meiner Seite. Und den Harald Weizer mag ich jetzt auch nicht, rein viszeral und ohne darüber zu reflektieren. – Deswegen muss er mit seinen gar nicht so neuen und dann doch auch wieder steilen Thesen zur smarten Diktatur nicht unrecht haben.
Dennoch kommt es mir vor, als wäre „Digital“ und „Konsum“ hier nur dystopisch bis zum Erreichen der nächsten großen Empörungs-Schwelle gedacht. Dabei übersieht Weizer, dass es (wahrscheinlich und wieder einmal) nicht der Bote ist, der die Botschaft verantwortet, es nicht Smartphone und Digitalisierung sind, die Konsum, Ausbeutung, Entblössung und Verblödung proliferieren, sondern der sie betreibende Profitalismus (weil ich das Wort „Kapitalismus“ für überfrachtet und nichtssagend halte, verwende ich es hier lieber nicht).
Aber im Artikel klingen viele interessante Gedanken an. Das Buch habe ich mir gebookmarked und kaufe es vielleicht digital, hehe.

Why So Many Smart People Aren’t Happy
Irgendwie geht es in dem Interview mit dem Autor des Buches „If You’re So Smart, Why Aren’t You Happy?“ gar nicht um den Zusammenhang zwischen Witz und Geisteskraft zum Glücksempfinden, sondern viel mehr darum, wie – neben anderen Lebensführungsqualitäten – eine gewisse Geisteshaltung („mindset“) Grund für Glück sei. Glauben wir daran, dass unsere Möglichkeiten Glück zu erfahren, grundsätzlich knappen Ressourcen entstammen, dann mache uns das selbst und andere unglücklich. Scarcity vs. abundance.

Von der Lusche zum Ausdauermonster
11,4 km Schwimmen, 540 km auf dem Rad und 126,6 km Laufen – Triple-Ultra-Marathon auf Basis veganer Ernährung ist möglich, allerdings ist dann der Speiseplan nicht weniger hochgezüchtet als der Trainingsplan. Interessant, trotzdem. Dazu passt vegetarischer oder veganer Karotten-Lachs.

Vimeo: Making of Japanese handmade paper
5:39 Minuten aus einer Manufaktur des feinen, japanischen Washi-Papiers. Papier so schön, dass ich nicht darauf schreiben kann, ohne ein kleines bisschen beschämt zu sein. \<3 Via OpenCulture. – Wenn man dann noch nicht genug hat, auch via OC: How Japanese Things Are Made in 309 Videos.

6600 Free Films from The Prelinger Archives
Frei nutzbare Filme – auch für Bearbeitung und Remix; ich habe entschieden zu wenig Zeit. Früher war irgendwie mehr davon.

Inside the Assassination Complex
Snowden warnt auf The Intercept vor einer permanenten Überwachung durch ein Netzwerk autonomer Drohnen.

Und zu guter Letzt etwas Fluffiges:

Queer Cartoonist Database

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Links der Woche 17

The Happiness Narrative
Data Science Alarm Jennifer Aaker untersuchte Blog Posts, um herauszufinden, wie wir Glück im Lebenslauf unterschiedlich bewerten – und fand heraus, dass unsere Vorstellungen von Glück zwar mit Lebensaltern verbunden sind, wir diese Korrelation aber auch beeinflußen (können).

The Book Of Life
Einfach mal stöbern.

Die Gewinner des Sony World Photography Awards 2016
Fantastische Aufnahmen.

9 Types Of Intelligence
20 Jahre alt ist das Buch „Frames Of Mind“ von Howard Gardner, in dem er die 9 Typen der Intelligenz ausruft – und ist eigentlich nur ein Startschuß für eine Fortentwicklung über das GoodWork Project, das an der Stanford Tools für gutes, ethisches Arbeiten entwickelte, zum Good Project – „Ideas and Tools for a Good Life“.

At 100, Still Running for Her Life
Ida Keeling läuft einfach weiter. „I feel like I am over the hill and picking up speed.“ – Go, Ida, go!!!

Level Up Your Plank Workout
Planks sind ja der letzte Schrei und sollen so viel besser sein als Crunches und Push-ups. Hier sind 11 Planken, als Video und PDF, die den Core Strength aufbauen.

SmashingConf Freiburg
Eine kleine Web-Entwickler-Konferenz des Smashing Magazine vom 12.–13. September.

Youtube: School Lunch in Japan. (9min)
In Japan ist das Mittagessen keine Pause sondern Unterrichtszeit. Sinnvoll und inhaltlich weit mehr als nur Essenkunde. Putzig, wie die Kleinen den Gesundheitscheck absolvieren; bei uns in der „Koch-AG“ wurde einfach gekocht. Haben wir uns überhaupt die Hände gewaschen? Wahrscheinlich nicht. Barbaren.

Color Lisa
Neue Farbpalette gesucht? Hier ist bunt – aus allerlei Meisterwerken der Kunst. Name des Künstlers anklicken, oberhalb der sich einblendenden Farbpalette kann man dann über den Namen des farbspendenden Kunstwerks zum Bild selbst gelangen.

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Links der Woche 16

Oxytocin: Unsere Wunderdroge
Ich bin dafür, dass dies die Droge sei, die wir in unserem Weltbeherrschungsplan für die Verbreitung in Chemtrails vorsehen. Ich behaupte an dieser Stelle auch, dass Katzen den Menschen durch die Provokation von Oxytocin-Ausschüttungen steuern. Keine steile These, das ist die Wahrheit.

My writing day
Eine neue wöchentliche Kolumnenserie des guardian in der Autoren ihren typischen Schreibtag beschreiben. Den Anfang macht Hilary Mantel.

The Minecraft Generation
Ein toller ausführlicher Artikel über das neue Lego – und darüber, wie dieses Spiel heute Kindern Kompetenzen zu entwickeln hilft, die das digitale Zeitalter nunmal benötigt: Problemlösung, Wissenserwerb, Wissenvermittlung, Programmieren, Hacken.

A Guide to Schöneberg
Eine schöner Führer durchs Viertel, von I❤️Berlin.

A Mini-Guide to Not Being Frustrated All the Time
Leo Babauta ist mir oft overselfhacked und überimproved, das ist ja aber mein Problem und nicht seins. 😉 Nettes kleines Gedankenskript für frustrierende Situationen.

Leseliste

Neues auf der Leseliste.

Literatur 1: Die Droge Büro
„Als wäre Kafka auferstanden und hätte einen schwedischen Krimi geschrieben: Jonas Karlssons „Das Zimmer“ ist ein fantastischer Roman über die moderne Arbeitswelt.“ – Zeit Online

Literatur 2: „Hegel ist für mich voll Science-Fiction“
„Ann Cotten ist die klügste und schwierigste Dichterin in deutscher Sprache. Ein Gespräch über ihr neues Epos „Verbannt!“, den Psychoterror des Internets und die Konterrevolution japanischer Zedern.“ – Die Welt
Super Interview mit Anne Cotten, das wahrscheinlich nur super ist, weil Anne Cotten super ist.

Aber ich traue dem Internet keine Weisheit zu. Es kichert nur blöd und weiß alles besser. Es ist süffisant und lacht alles aus. Psychoterrormäßig. Und was besonders fies ist: Es führt auch noch Buch über alle, die mit ihren Träumen und Utopien gescheitert sind. Es kann eigentlich nur pessimistisch machen.

Technisches

Rhansomwhere?
Leider werden mittlerweile auch Macs Ziele von erpresserischen Verschlüsselungstrojanern. Dieses Tool soll das schlimmste verhindern, ich überlege noch es zu installieren.

Franz
Endlich alle Messenger in einer App, Facebook Messenger, WhatsApp, Skype, WeChat, Telegram, Hangouts … und mehr. Und: es sind mehrere Accounts per Messenger möglich. Praktisch!

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Links der Woche 15

Not Knowing.
Bearing Witness.
Taking Action.

These three teachings have helped me resolve my own understanding of the self and how it functions in the world. Instead of shame and hiding, instead of anger and frustration, I’ve found solace and strength. In this way, I can be available to the self that is calling through me from the Self that is all space and time.
Roshi Pat Enkyo O’Hara

The Lojong Mind Training Practices
Lojong – Dieses Training, oder eigentlich: diese Verfeinerung des Bewußtseins, besteht aus einer Reihe von Sentenzen, die helfen sollen, die Grenzen des Egos aufzulösen und zu ersetzen durch Offenheit und Mitgefühl. Die Diskussionsteilnehmer in diesem PDF sind sich aber uneins darüber, ob diese buddhistische Praxis auch ohne den Buddhismus drumherum funktioniert. So oder so, die Sätze / Slogans / Sentenzen / Aphorismen sind Denkanstöße.

Zuviel Selbstlosigkeit? Als Antidot eine umfassende Anleitung zur Selbstsorge mit vielen Links, unter anderem auch zum Tagebuch-Schreiben …

Ich bin ja kein Freund handschriftlichen Schreibens von Tagebüchern, d.h. ich liebe es, schaffe aber nicht den Sprung aus meiner digitalen Komfortzone in die (zahlreichen, aber leeren) Notizbücher. Dabei wäre dieser tatsächliche Ausstieg aus der üblichen Arbeitsumgebung bereits ein Einstieg in das mentale Deloading. Diesen Begriff aus dem Sport überträgt Tim Ferris auf seinen Denkmuskel und sein tägliches Schreiben. Früher nannte man das „sich sammeln“ oder „kontemplieren“. Dabei benutzt er dieses inspirierende Journal, welches auf dem Buch The Artist’s Way basiert. (Ach, daher kommen die Morning Pages!)

😁
Weil Emojis auf unterschiedlichen Plattformen alle ein bisschen anders aussehen, kann es bei der Verwendung durchaus zu Missverständnissen kommen. Und so ist das Wort dann wohl doch weniger irreführend als das Bild. ;-)

The next hot job in Silicon Valley is for poets
… nicht weil Code Poesie sei (s.u.), sondern weil die nächste Generation der Sprach-Bots und AI auf sprachkompetenten Input angewiesen ist.

Yuri Shwedoff
Handgemachte Bilder aus einem postapokalyptischen Land, ruhig ein bisschen durchklicken. Auch auf Instagram und vielen weiteren Kanälen.

Zum Schluss: Frag Siri „Kannst Du Beatbox?“ Wirklich.

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